Szenetrend.

Kurznotiz 4

September 23, 2009 · Kommentar schreiben

Ich finde es erstaunlich, wieviele Leute nach „martin finckh“ suchen. Oder wie regelmäßig dieser Mensch seinen Namen googelt. Genau kann man das aus der Statistik leider nicht herauslesen.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Notizen

Granaten sind wir woanders

September 19, 2009 · Kommentar schreiben

In Switch Reloaded ist Max Giermann Gott. Jede von ihm parodierte Figur wird mit all ihren Eigenschaften perfekt dargestellt und wenn man in ihr eines nicht erkennt, dann ist es Max Giermann. Logische Konsequenz war für Pro 7 ihm eine eigene Samstagabendshow zu geben, die immer Dienstags läuft. Das ist insofern geschickt, als daß sie auf dem Sendeplatz von Switch Reloaded ausgestrahlt wird um deren Anhängerschaft zu gewinnen und insofern ungeschickt, als daß dadurch derzeit nicht wie ursprünglich geplant Switch Reloaded läuft.

„Granaten wie wir“ moderiert Max Giermann jede Sendung in einer anderen Parodie und das tut er mit gewohnter Perfektion: Er spielt nicht, er ist. Soweit, so gut. Was man bei Pro 7 leider nicht bedacht hat ist, daß ein Schauspieler noch keine Sendung macht und es speziell bei einer Comedy-Show nicht verkehrt ist, auch gute Gag-Autoren zu haben. Von der bissigen Schärfe aus Switch ist bei Granaten wie wir leider wenig zu finden. In kurzen Einspielfilmen wird z.B. gezeigt, wie es aussieht wenn Stefan Raab Jesus Christus wäre, der sich darüber beklagt, daß er’s am Kreuz habe. Leider war das auch einer der besseren Witze; ansonsten sieht man einen Youtube-Gerätecheck, in dem Bügeleisen und Kaffeekanne verglichen werden (letztere gewinnt, da sie Kaffee enthält), einen Scherzbold, der jemanden verarscht und dafür vom Bus überfahren wird oder einen Modellbastler, der statt einem Auto ein Kind fernsteuert. Der Witz besteht hier darin, daß das Kind wegläuft. Ist ungefähr so lustig wie es klingt.

Abgesehen von diesen Einspielfilmen, die vielleicht ein Viertel der Sendung ausmachen, gibt es den Showrahmen, in dem Max als prominente Rolle mit den Gästen „talkt“. So lässt er sich z.B. als Johann Lafer von Detlef D. Soost zu Liegestützen anleiten, tanzt mit den nicht allzu begeisterten Backstreet Boys oder lässt Freiwillige ein paar hundert Toastbrote für das Publikum belegen. Abgesehen von der fehlenden Gagdichte ist das große Manko hier, daß diese recht belanglose Moderation anscheinend vom Drehbuch her vorgegeben ist und somit keinen Platz für echte Gespräche mit den Gästen bietet. Auf deren Antworten wird meist nur – wenn überhaupt – mit einem Kurzkommentar („Sag mal, das ist doch was, oder?“, „Genau so.“, „Ja natürlich“) eingegangen und dann zu den vorgegebenen Witzen („Ich hab Internet sogar auf dem Computer“, „Herzlich willkommen zu Granatäpfel…äh Granaten wie wir“) übergeleitet.

Ich glaube kaum, daß sich Max Giermann mit dieser Show einen großen Gefallen tut. Zwar ist das Format wohl speziell für ihn erdacht worden und allein von ihm präsentierbar. Doch hätte man, wenn Witze und Konzept so bleiben, auch direkt die parodierten Personen moderieren lassen können.

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Fernsehen

@bka: Ich laufe Amok!

März 19, 2009 · 2 Kommentare

Wäre ich nicht so ein friedfertiger Mensch würde ich mir jetzt ernsthaft überlegen, Amok zu laufen. Nicht weil ich dann auch ein schönes Spiegel-Titelbild bekommen würde, alle Nachrichten mich als armes Opfer darstellen und für ein paar angenehme Tage in den Medien kein Platz mehr für Kader Loth wäre. Nein, einfach nur weil die Regierung dann in Erklärungsnot geraten würde, wenn sie anschließend meinen PC untersuchen und feststellen, daß kein einziger Ego-Shooter drauf war. Aber vermutlich wäre die Lösung schnell gefunden wenn bekannt wird, daß ich einen Rapidshare-Account besaß und auf meinem PC Open Office (!!!) installiert ist.
Mittlerweile glaube ich auch, daß es den Serienmördern weniger darum ging möglichst viele Menschen umzubringen. Viel wahrscheinlicher ist, daß sie bei den Ego-Shootern völlig versagt haben und nun auf diesem Wege versuchen, die Spiele abzuschaffen. Warum sich über 15 Tote freuen, wenn man so Millionen Spielern den Tag versauen kann?

Immerhin zeigt uns das, worauf es hinausläuft: Die wahren Täter, das wahre menschliche Versagen findet man nicht in Winnenden, Emstetten oder Erfurt – sondern in Berlin. Es ist vergleichbar mit der Mafia: Die Amokläufer sind die Laufburschen. Selten dämliche Kreaturen deren Talent so begrenzt ist, daß es nur reicht, um die Drecksarbeit zu erledigen. Den eigentlichen Nutzen aus der Sache aber ziehen die Politiker – wie die Baufirmen aus den Waldbränden. Es wird jede Möglichkeit genutzt, sich auf Kosten anderer zu profilieren und effektheischende Dünnpfiffparolen abzusondern in der Hoffnung, daß der Wähler so dumm bleibt wie er ist und entweder zustimmt oder schnell genug vergisst. Dann nämlich ist das Ziel erreicht: Man hat den Leuten seinen Namen in’s Gedächtnis gerufen und in ein paar Wochen wird es nicht mehr heißen: „Das war doch die mit den halbgaren Ideen, die überhaupt nichts leistet“, sondern einfach nur: „Ach, die Frau von der Leyen!“

→ 2 KommentareKategorien: Dies und das · Gesellschaftskritik

Kurznotiz 3

März 18, 2009 · 2 Kommentare

Hat man eine längere Aufzählung, deren einzelne Punkte ebenfalls unterkommat sind, so kann ein Semikolon den Lesefluß spürbar verbessern.

→ 2 KommentareKategorien: Notizen

Black Death

März 18, 2009 · Kommentar schreiben

And now for something completely different…

Schleichwerbung ist ja allgegenwärtig heutzutage, da soll dieses Blog keine Ausnahme bilden. Daher folgt nun ein – ursprünglich für Wikipedia geschriebener – Artikel, der sich mit der Marke „Black Death“ beschäftigt.

Black Death

„Black Death“ ist eine Spirituosen- und Tabakmarke, deren Lizenzprodukte von verschiedenen Herstellern in diversen Ländern produziert und vertrieben werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Marken wird bei Black Death wenig Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt; so findet man zum Beispiel weder eine offizielle Internetpräsenz, noch einen Shop der alle Produkte dieser Marke anbietet.

Geschichte

Der Grundstein wurde 1906 gesetzt als die Familie Sigurdsson erstmals eine Spirituose unter dem Namen “Svarta Daudi” (isländisch für „Schwarzer Tod“) herstellte. Die folgenden 80 Jahre blieb es ruhig, erst 1987 wurde die Marke (mittlerweile unter dem heute bekannten Namen „Black Death“ vertrieben) einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als der Black Death Vodka überraschend die Gold-Medallie der „International Wine and Spirit Competition“ gewann.
Ein erster Rückschlag erfolgte 1990 als die „American Football League“ die von Black Death gesponserten T-Shirts des Scarborough Football Club mit der Aufschift „Black Death Vodka – Drink in Peace“ verbot.
1992 wurde die Marke vor weitere Probleme gestellt als das „US Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms (ATF)“ den Verkauf des mittlerweile in Belgien produzierten Black Death Vodka in den Vereinigten Staaten verbot. Die offizielle Begründung war laut Time Magazin die irreführende Werbung, mit der der Hersteller die Spirituose als Gift und Seuche anpreisen würde, wobei man doch tatsächlich nur Vodka bekommt.
„[The ATF] is blocking the liquor on grounds of misleading advertising, since the brand seems to promise poison and plague but delivers only vodka.”
Der damalige amerikanische Vertriebshändler klagte gegen die Entscheidung und siegte vor Gericht im Oktober 1992, seitdem war Black Death in den USA wieder legal.
Im Zuge dessen überarbeitete die Marke 1992 Design und Logo und zeigte nun den heute bekannten Totenkopf mit Zylinder (bzw. je nach Spirituosenart variierender Kopfbedeckung). Durch die insgesamte Erscheinungsänderung und Werbebeigaben wie einen Holzsarg zog man zwar erneut den Unmut der ATF auf sich, die sich nun über die vermeintliche Verächtlichmachung offizieller Warnhinweise für Alkoholkonsum beschwerte, ein erneutes Verbot folgte jedoch nicht.
Obwohl sich die Marke weiterhin im Aufwind befand – sie verkaufte in 70 Ländern weltweit 120 Millionen Flaschen & Dosen jährlich und gewann laut dem britischen Hersteller G&J Greenall seit 1990 27 Medallien der „International Wine and Spirit Association“ – blieb es schwer, Informationen über die Marke, ihre Produkte und Vertriebswege zu bekommen, was nicht zuletzt auch Saul “Slash” Hudson, Gitarrist der Band „Guns N’ Roses“ und damaliges Gesicht von Black Death verwunderte: “Black Death paid me a bunch of money to endorse them and then disappeared.” („Black Death zahlte mir einen Haufen Geld, damit ich sie unterstütze und dann sind sie einfach verschwunden.“)
Im Mai 2005 wurde Greenall in England wegen illegalen Vertriebs von Black Death Vodka zu einer Strafe von 2 Millionen Pfund verurteilt, 5 Monate später ereignete sich das nächste Unglück als im Oktober in der Destillerie ein Feuer ausbrach, das große Teile der Fabrik zerstörte. Gerüchten zufolge soll 2009 eine Wiedereröffnung stattfinden.

Heute

Obwohl nicht wenige Merchandising-Produkte herausgebracht wurden (Feuerzeuge, T-Shirts, Kugelschreiber bis hin zu einem kleinen Holzsarg, in dem der Black Death Vodka eine kurze Zeitlang verkauft wurde) hält sich die Marke weiterhin im Verborgenen. Anfragen an die Hersteller werden nicht beantwortet, Black Death ist auf ihrer Homepage nicht erwähnt und auch die Produkte selbst sind schwer aufzutreiben. Die wenigen Internet-Händler, die Black Death Spirituosen anbieten, können diese meist nicht liefern; die Preise für die erhältlichen Flaschen schwanken aufgrund des geringen Angebots stark und weichen teilweise um mehr als das Doppelte von anderen Angeboten ab.
Die einzelnen Hersteller sind bzw. waren unter anderem: G + J Greenall (Vodka, Gin & Tequila), Oliver & Company (Rum), Kentucky Supreme Destilling Company (Bourbon), Eucario Gonzalez (Tequila) & Consolidated European Blands LTD (Zigaretten & Tabak).

Rechtsstreit zwischen Black Death & Death Cigarettes

Black Death produzierte lange Zeit ausschließlich Spirituosen. Währenddessen konnte sich in England die Zigarettenmarke „Death“ etablieren, die ohne Zusatzstoffe hergestellte Zigaretten anbot und auf ihren Schachteln ebenfalls einen (anders aussehenden) Totenkopf mit gekreuzten Knochen zeigte. Als die Zigarettenfirma ihre Marke schützen lassen wollte und auf den amerikanischen Markt drängte, reichte Black Death Klage ein und gab an, das Produktsortiment ebenfalls auf Zigaretten ausweiten zu wollen. Das Gericht mußte sich nun mit der Frage befassen, ob Zigaretten eine „natürliche Sortimentserweiterung“ darstellen. Dies wurde bejaht und damit begründet, daß Alkohol und Zigaretten dieselben Vertriebswege nutzen und die Wahrscheinlichkeit besteht, daß Kunden die „Death“-Zigaretten der Marke „Black Death“ zuordnen. Da „Black Death“ als Marke länger existierte als „Death“ wurde Death auferlegt, sämtliche bereits produzierten Zigaretten zu vernichten. Eine Rückschiffung der Zigaretten nach England wurde nicht erlaubt, da in diesem Fall illegale Waren amerikanische Hoheitsgewässer durchqueren würden.

Bekannte Produkte:

Alkohol
Black Death Vodka (40 % Vol aus England bzw. 37,5 % Vol aus Belgien)
Black Death Rum (Premium Light, Premium Dark & Premium Dark 7 Years old, je 38 % Vol aus der Dominikanischen Republik)
Black Death Gin (40 % Vol aus England)
Black Death Tequila (Silver & Gold, jeweils mit 38 oder 40 % Vol aus Mexiko oder England)
Black Death Bourbon (40 % Vol aus Kentucky, USA)
Black Death Icelandic Schnapps (40 % Vol aus Island)
Black Death Beer (12 % Vol Starkbier aus Tschechien)

Die meisten Spirituosen sind als 70 cl & 1 Liter-Flaschen erhältlich, das Bier wurde in gängige 0,33 l Flaschen abgefüllt. Je nach Herstellerfirma unterscheiden sich die Flaschen teils erheblich in Geschmack und Aussehen. Zum Beispiel existieren von dem Silver Tequila mindestens drei Versionen: Eine englische mit 40 % Vol., eine mexikanische mit 38 % Vol und eine mexikanische ausschließlich für den Export gedachte mit 40 % Vol.

Tabakwaren
Black Death Zigaretten (hergestellt in der EEC & USA)
Black Death Tabak (hergestellt in der EEC, fast ausschließlich in Holland vertrieben)
Black Death Drehpapier (hergestellt in der EEC)

Ursprünglich war auf die Zigaretten ähnlich der Marke „Death“ als Logo ein Totenschädel gedruckt; dies wurde jedoch aufgegeben, sodaß die heute produzieren Zigaretten völlig ohne Aufdruck sind.

Welche Produkte heute überhaupt noch produziert werden, ist unklar. Während das Zigarettenpapier beispielsweise recht leicht aufzutreiben ist, wird man große Mühe haben, Tabak oder Bier zu finden.

Weiterführende Informationen für Freunde der Marke Black Death oder bedingungslose Fans von Slash:
http://www.brandchannel.com/features_profile.asp?pr_id=278 (exzellenter Hintergrundartikel zu Black Death)
http://www.kleinlitigationblog.com/the-death-cigarette-trademark-infringement-litigation-case/ (exzellenter Hintergrundartikel zum Rechtsstreit)
http://www.rum.cz/galery/eur/be/bruggeman/ (exzellente Rum-Etiketten-Bilder)
http://www.ew.com/ew/article/0,,310210,00.html (exzellente Kurznews)
http://www.lemarkbbc.com/beerlist_c_h.html (exzellente Bierliste)
http://www.hotxxxfree4all.com/hotteensonrooftop.htm (exzellente Pornoseite)

→ Einen Kommentar schreibenKategorien: Marken

Sex ist böse!

September 11, 2007 · Kommentar schreiben

Endlich! Arcor, Vorreiter des Jugendschutzes, hat Initiative ergriffen: Die Seiten sex.com, youporn.com & privatamateure.com können über Arcor nicht mehr erreicht werden! Ein großer Schritt ist damit getan: Man muß den Jugendlichen von vorneherein klar machen, daß es nichts Schlimmeres gibt als im stillen Kämmerlein zu onanieren. Wenn, dann doch bitte direkt im Rotlichtviertel nach einer Partnerin suchen und wer die Kohle dafür nicht aufbringen kann, dem bleibt immernoch die Möglichkeit der zunächst kostenfreien Vergewaltigung. Kann man ja dann immerhin später noch in Schmerzensgeldraten abbezahlen.

Jugendliche dürfen sehen, wie Leute in Filmen gekreuzigt, erschossen, gequält oder verbrannt werden. Man zeigt ihnen, wie man Ausgekotztes in der Pfanne anbraten und noch einmal essen kann oder wie es aussieht, wenn sich Leute mit 300 km/h schnellen Orangen beschießen lassen. Aber wehe, man will ihnen zeigen, daß man mit dem Körper noch anderes anstellen kann als ihn auf verschiedenste Weise zu martern – dann sind die Jugendschützer sofort zur Stelle!
Es wird dann gerne darauf verwiesen, daß auch Jugendliche noch durch nachahmen lernen und daß jeder Anstieg an Sexualdelikten durch den inflationären Gebrauch pornöser Schriften und Bilder zu erklären sei. Nun müsste nach diesem Maßstab aber auch jeder Bud-Spencer-Klopper zensiert, jeder Schwarzenegger-Film indiziert und wegen seelischer Grausamkeit jede Aufnahme von Alice Schwarzer verbrannt werden.

Werfen wir aber parallel mal einen Blick nach Spanien, so sehen wir in mindestens jedem zweiten Strandgeschäft die selbe Auswahl alter Porno-Spielkarten mit verheißungsvollen Titeln wie „With sucking cumshot“, „With lesbian girls“ oder einfach „Super XXX HOT“ – unzensiert. Ich habe mir die Karten damals mit 13 oder 14 aus Neugierde gekauft und kann zumindest feststellen, daß ich bislang niemanden vergewaltigt habe. Und nachdem die Karten reißenden Absatz zu finden scheinen (immerhin gibt sie laut Aufdruck seit 1991), sollte man laut Regierung doch zumindest davon ausgehen dürfen, daß Spanien den Vergewaltigerrekord knackt. Aber weit gefehlt: Irland, Schweden und Deutschland tummeln sich auf den Plätzen 1-3 der Länder mit den meisten Sexualdelikten; Spanien wird als vorletztes Land genannt.

Aber warum logisch denken, wenn man damit so einfach jede Schuld von sich weisen kann? Wenn sich Kinder zu Verbrechern, Mördern oder wasauchimmer entwickeln, ist es doch so schön naheliegend, die Schuld auf das Fernsehen, die Gesellschaft oder die Politik zu schieben. Schließlich müsste man ja im anderen Falle selbst was unternehmen.

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