[sexmodus] Achtung, es wird lang! [/sexmodus]

Einen unglaublich ausführlichen, zeitweise äußerst haßerfüllten (macht aber nichts, da es um die von der Leyen geht) und dennoch sehr informativen Beitrag mit Backstage-Einblicken zu den Wirren des zensierten Internets unter dem „Denkt denn niemand an die Kinder“-Vorwand findet ihr hier.

Ich schwör’s dir, wir müssen korrekt bleiben (alter)!

Arcor hat einen Neger gezeichnet. Doch nicht genug damit, daß man vergessen hat, ihm einen „Ich mag euch“-Button anzuheften; das besonders Schlimme daran ist, daß er Augen wie Pacman hat – als Symbol dafür, daß Neger als natürliche Kannibalisten alles fressen und nicht einmal vor sich selbst halt machen. Darum hat er auch nur vier Finger, oder wie ließe sich so etwas sonst erklären?

Dann die Nase, die zwischen stilisiertem Muffin und Atompilz schwankt. Eine Anspielung auf die Vorherrschaft der weißen Kapitalistengesellschaft? Mitnichten! Viel eher ein rassistisches Statement zur Aufgeblähtheit der schwangeren 10-jährigen Afrikanerinnen, in deren Bauch doch eh nur ein unnützer Fressack heranwächst, der laut Arcor unweigerlich für das Ende der Welt sorgen wird. Desweiteren hat diese kranke Firma seinen Hals ca. dreimal (!) so dick gemalt wie seine Beine. Klar, was gemeint ist: Der Neger scheut die Arbeit da er nichtmal anständig laufen kann, kann aber im Gegenzug den Hals nicht voll genug kriegen und ist wie eine unerbittliche Aussaugungsmaschine, die rechtschaffene weiße Arcor-Mitarbeiter irgendwann zugrunde richten wird.

Rassismus pur! Die Idioten von ichschwoersdir haben das leider nicht erkannt und hängen sich an Belanglosigkeiten auf.

Interessante Suchbegriffe, die Erste.

„etiketten vodka open office“. Die schönste Kombination von Suchwörtern, die ich bislang gesehen habe.

Sat. 3llite

Selten, daß in diese Blog (ja, es heißt „die Blog“!) überhaupt etwas geschrieben wird, aber wenn dann immerhin über das national belangloseste Thema überhaupt: den Grand Prix. De la chanson. D’eurovision.

Was waren das noch für widerliche Zeiten, als Nicole mit „ein bisschen Frieden“ das Mitleid der Welt erregte. Ein idealloser Hippie-Song-Abklatsch zu einer Zeit, zu der die Bewegung selbst bereits außer Mode war. Trotzdem würdigten alle Länder die schöne Ironie, dieses Lied ausgerechnet von Deutschland zu hören. 20 Jahre später jedoch hatten sie die Schnauze voll von Ralph Siegels Zynismus und straften die Idee, eine blinde Sängerin ein anbiederungsvoll-belangloses Lied auf englisch singen zu lassen, gnadenlos ab.

Seien wir mal ehrlich: Die einzigen Lichtblicke für Deutschland im Grand Prix (dlc.de) waren, als Stefan Raab zu der Zeit als er noch gut war, kranke Lieder schrieb. Der Rest waren Lieder, die einem deswegen gefallen haben, weil man sie schnell vergessen wollte und sie das Potential dazu besaßen.

Nun gibt es „Unser Star für Oslo“ im Fernsehen. Viel kritisiert, weil da weniger Kandidaten fertigmacht werden und dadurch für die Autoren der Yahoo & T-Online-News weniger Anreiz geboten wird, einzuschalten. Trotzdem schrieb Stefan „Master of Language“ Raab zusammen mit Lena Meyer-Landrut ein Lied auf englisch (Love Me, falls Sie den Titel im Beitrag des FAZ-Fernsehblogs vermisst haben) und alle waren begeistert: Stefan Niggemeier (http://www.stefan-niggemeier.de), Stefan Niggemeier (http://faz-community.faz.net/der-viel-zu-lange-Linktitel.aspx), & Michael. Trotzdem find ich Satellite besser. Wollt ich jetzt halt auch mal gesagt haben.

Kurznotiz 4

Ich finde es erstaunlich, wieviele Leute nach „martin finckh“ suchen. Oder wie regelmäßig dieser Mensch seinen Namen googelt. Genau kann man das aus der Statistik leider nicht herauslesen.

Granaten sind wir woanders

In Switch Reloaded ist Max Giermann Gott. Jede von ihm parodierte Figur wird mit all ihren Eigenschaften perfekt dargestellt und wenn man in ihr eines nicht erkennt, dann ist es Max Giermann. Logische Konsequenz war für Pro 7 ihm eine eigene Samstagabendshow zu geben, die immer Dienstags läuft. Das ist insofern geschickt, als daß sie auf dem Sendeplatz von Switch Reloaded ausgestrahlt wird um deren Anhängerschaft zu gewinnen und insofern ungeschickt, als daß dadurch derzeit nicht wie ursprünglich geplant Switch Reloaded läuft.

„Granaten wie wir“ moderiert Max Giermann jede Sendung in einer anderen Parodie und das tut er mit gewohnter Perfektion: Er spielt nicht, er ist. Soweit, so gut. Was man bei Pro 7 leider nicht bedacht hat ist, daß ein Schauspieler noch keine Sendung macht und es speziell bei einer Comedy-Show nicht verkehrt ist, auch gute Gag-Autoren zu haben. Von der bissigen Schärfe aus Switch ist bei Granaten wie wir leider wenig zu finden. In kurzen Einspielfilmen wird z.B. gezeigt, wie es aussieht wenn Stefan Raab Jesus Christus wäre, der sich darüber beklagt, daß er’s am Kreuz habe. Leider war das auch einer der besseren Witze; ansonsten sieht man einen Youtube-Gerätecheck, in dem Bügeleisen und Kaffeekanne verglichen werden (letztere gewinnt, da sie Kaffee enthält), einen Scherzbold, der jemanden verarscht und dafür vom Bus überfahren wird oder einen Modellbastler, der statt einem Auto ein Kind fernsteuert. Der Witz besteht hier darin, daß das Kind wegläuft. Ist ungefähr so lustig wie es klingt.

Abgesehen von diesen Einspielfilmen, die vielleicht ein Viertel der Sendung ausmachen, gibt es den Showrahmen, in dem Max als prominente Rolle mit den Gästen „talkt“. So lässt er sich z.B. als Johann Lafer von Detlef D. Soost zu Liegestützen anleiten, tanzt mit den nicht allzu begeisterten Backstreet Boys oder lässt Freiwillige ein paar hundert Toastbrote für das Publikum belegen. Abgesehen von der fehlenden Gagdichte ist das große Manko hier, daß diese recht belanglose Moderation anscheinend vom Drehbuch her vorgegeben ist und somit keinen Platz für echte Gespräche mit den Gästen bietet. Auf deren Antworten wird meist nur – wenn überhaupt – mit einem Kurzkommentar („Sag mal, das ist doch was, oder?“, „Genau so.“, „Ja natürlich“) eingegangen und dann zu den vorgegebenen Witzen („Ich hab Internet sogar auf dem Computer“, „Herzlich willkommen zu Granatäpfel…äh Granaten wie wir“) übergeleitet.

Ich glaube kaum, daß sich Max Giermann mit dieser Show einen großen Gefallen tut. Zwar ist das Format wohl speziell für ihn erdacht worden und allein von ihm präsentierbar. Doch hätte man, wenn Witze und Konzept so bleiben, auch direkt die parodierten Personen moderieren lassen können.

@bka: Ich laufe Amok!

Wäre ich nicht so ein friedfertiger Mensch würde ich mir jetzt ernsthaft überlegen, Amok zu laufen. Nicht weil ich dann auch ein schönes Spiegel-Titelbild bekommen würde, alle Nachrichten mich als armes Opfer darstellen und für ein paar angenehme Tage in den Medien kein Platz mehr für Kader Loth wäre. Nein, einfach nur weil die Regierung dann in Erklärungsnot geraten würde, wenn sie anschließend meinen PC untersuchen und feststellen, daß kein einziger Ego-Shooter drauf war. Aber vermutlich wäre die Lösung schnell gefunden wenn bekannt wird, daß ich einen Rapidshare-Account besaß und auf meinem PC Open Office (!!!) installiert ist.
Mittlerweile glaube ich auch, daß es den Serienmördern weniger darum ging möglichst viele Menschen umzubringen. Viel wahrscheinlicher ist, daß sie bei den Ego-Shootern völlig versagt haben und nun auf diesem Wege versuchen, die Spiele abzuschaffen. Warum sich über 15 Tote freuen, wenn man so Millionen Spielern den Tag versauen kann?

Immerhin zeigt uns das, worauf es hinausläuft: Die wahren Täter, das wahre menschliche Versagen findet man nicht in Winnenden, Emstetten oder Erfurt – sondern in Berlin. Es ist vergleichbar mit der Mafia: Die Amokläufer sind die Laufburschen. Selten dämliche Kreaturen deren Talent so begrenzt ist, daß es nur reicht, um die Drecksarbeit zu erledigen. Den eigentlichen Nutzen aus der Sache aber ziehen die Politiker – wie die Baufirmen aus den Waldbränden. Es wird jede Möglichkeit genutzt, sich auf Kosten anderer zu profilieren und effektheischende Dünnpfiffparolen abzusondern in der Hoffnung, daß der Wähler so dumm bleibt wie er ist und entweder zustimmt oder schnell genug vergisst. Dann nämlich ist das Ziel erreicht: Man hat den Leuten seinen Namen in’s Gedächtnis gerufen und in ein paar Wochen wird es nicht mehr heißen: „Das war doch die mit den halbgaren Ideen, die überhaupt nichts leistet“, sondern einfach nur: „Ach, die Frau von der Leyen!“