Spanien

Der Grund für die Blog-Pause der letzten zwei Wochen: Ich war in Spanien, genauer gesagt in Lloret De Mar.

Spanien ist ein witziges Land und wenn man in eine solche Touri-Sauf-Gegend fährt eigentlich das genaue Gegenteil von Deutschland: Zigaretten und Alkohol sind billig, kosten teilweise nur die Hälfte oder noch weniger als bei uns; Lebensmittel&Co sind gnadenlos überteuert. Eine Schachtel Kippen kostet genauso viel wie eine kleine Packung Chips (2,30 Eur), zwei Batterien der Größe D von einer Billigmarke kosten soviel wie eine große Flasche Vodka (4,80 Eur). Darüberhinaus bietet nahezu jeder Supermarkt eine Alkoholauswahl von geschätzten 2000 km² und der Absinth enthält noch richtig viel Thujon. Der Einzige, der einem da bei einem großzügig angelegten Alkoholschmuggel einen Strich durch die Rechnung macht ist Ryanair mit 8 Eur Aufschlag pro kg Extra-Gepäck.

Ansonsten ist Spanien genau wie man es sich immer vorstellt: Heiß und voller Spanier, denen nichts heiliger ist, als eine ausgiebige Siesta. Da kann es dann auch durchaus mal vorkommen, daß, wenn man einen Laden eine Viertelstunde vor offiziellem Siestabeginn betritt, man während dem Einkaufen vom Personal durch lautstarkes Applaudieren förmlich aus dem Supermarkt hinausgeklatscht wird.

Überhaupt, die Lautstärke: Spanische Busse haben zwei Hupen, eine leise und eine laute. Die leise wird durchgängig auf der Straße eingesetzt. Wenn zum Beispiel der Bus von einem Auto mit Millimeterabstand geschnitten wird oder Fußgänger unvermittelt vor den Bus laufen, erklingt ein leises „trööt“. Wenn aber eine Frau mit ihrem Auto die Zufahrt zum Busbahnhof blockiert und direkt neben der Autotüre steht, dann wird sie durch ein lautstarkes Zweiminuten-„TUUUUUUUUUUUT“ darauf hingewiesen, daß ihr Parkplatz nicht optimal ist. Das gefällt den Spanieren und nach vollendeter Hup-Aktion applaudiert der gesamte Bus dem Fahrer lauter als die Passagiere dem Piloten nach geglückter Landung.

Eine weitere interessante Sache sind die Automaten dort. Man kann sie in drei Kategorien unterteilen:
Glücksspielautomaten – diese sind nur in Casinos zu finden, wohingegen man die Casinos überall findet. Sie entsprechen dem europäischen Standart und fressen einfach nur auf variationsreiche Weise dein Geld.
Getränkeautomaten – findet man in der Regel an allen möglichen Straßen und Ecken. Diese entsprechen dem europäischen Standart der Glücksspielautomaten und fressen ebenfalls – auf deutlich weniger variationsreiche Weise – dein Geld. Wer sich wundert, warum die Spanier im Laden eine Cola für 2,10 Eur kaufen, wenn doch direkt daneben ein Automat steht, sollte es sich keinesfalls entgehen lassen, sich nach Einfurf von 1 Eur die verschiedenen spanischen Fehlermeldungen anzeigen zu lassen. Erzürntes Dagegentreten führt lediglich zu einem Loch in der Verkleidung.
Zigarettenautomaten – findet man nur in Bars oder Restaurants. Hier erlauben sich die Spanier gerne mal einen Scherz, sodaß es vorkommen kann, daß man beim Einwurf des Geldes einen kräftigen Stromschlag bekommt. So einfach kann Raucherentwöhnung sein.

Wer nun so richtig Lust auf Spanien bekommen hat – hier noch 10 Tipps für einen gelungenen Urlaub:

1.) Vergiss es, dich in Lloret auf Englisch oder gar Spanisch unterhalten zu wollen. Man spricht deutsch. Sogar das Personal im Burger King ist dessen problemlos mächtig, was somit einen klaren Vorteil zu den deutschen Burger-King-Filialien bietet.

2.) Du bist Kiffer und willst etwas zu rauchen? Geh einfach an der Strandpromenade entlang und du wirst in 5 min ca. 2 mal angesprochen. Der Dealer wird dir dann auch erzählen, daß momentan recht viele Bullen umherlaufen, während er sich den nächsten Joint anzündet.

3.) Es existieren keine Busfahrpläne, weder an der Touristeninformation noch am Busbahnhof. Auf die Frage, wann die Busse denn nun fahren, wird am Busbahnhof lediglich heftig rumgehustet, während die Information immerhin etwas von „meistens alle halbe Stunde“ erzählt. Das ist insofern richtig als daß tatsächlich alle halbe Stunde ein Bus fährt, nur meistens eben an unterschiedlichen Orten. Soon come.

4.) Wer im Wald campen geht, erfährt bald, was „Spanische Fliege“ wirklich bedeutet: Ein Fliegenschwarm, der sich pünktlich von morgens um 8 bis abends um 7 auf alles setzen will, was dich in irgendeiner Weise betrifft: Du, dein Bier, dein Essen, deine Klamotten, und absolut alles, was sich im Umkreis von 5 Metern um dich befindet.

5.) Dieser Fliegenschwarm wird pünktlich um 7 Siesta halten und von einem Schnakenschwarm abgelöst werden. Das Witzige dabei: Es sind geräuschlose Schnaken mit einer Größe von ca. 1mm, die nach geglückter Blutabsaugeaktion einen ca. 20 mal so großen roten, juckenden Knubbel auf deiner Haut hinterlassen. 20 Stiche/Tag sind, wenn man in Badekleidung umherläuft, keine Seltenheit.

6.) Kauf dir keine Billig-Sangria für 80 Cent/Liter. Nein wirklich, tu’s nicht.

7.) Vermeide es, dir einen Döner zu kaufen, wenn du nicht offen für ein neues Geschmacks- & Preiserlebnis bist. Für 4,50 Eur bekommst du eine ca. 10 cm lange Rolle mit einem Durchmesser von etwa 3 cm. Die Sauce besteht in der Regel aus Ketchup und Majo, manche Buden haben jedoch auch ein Spezialrezept. Dann besteht sie aus Ketchup und Senf.

8.) Vermeide es, in Lloret nachts am Strand chillen zu wollen, wenn du nicht drei Stunden lang den kompletten Titanic-Soundtrack hören willst.

9.) Denke immer daran: Spanier wollen nur dein Bestes. Dein Geld.

10.) Das Allerwichtigste: Versuche niemals – niemals! – einen Zelthering mit einem Stein aus dem Boden lösen zu wollen. Dein Fingernagel wird es dir danken. Meine Beiträge werden sich in nächster Zeit wohl ein bisschen reduzieren. Das würde zumindest mein Finger mir wahrscheinlich danken.

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