Kurznotiz 3

Hat man eine längere Aufzählung, deren einzelne Punkte ebenfalls unterkommat sind, so kann ein Semikolon den Lesefluß spürbar verbessern.

Black Death

And now for something completely different…

Schleichwerbung ist ja allgegenwärtig heutzutage, da soll dieses Blog keine Ausnahme bilden. Daher folgt nun ein – ursprünglich für Wikipedia geschriebener – Artikel, der sich mit der Marke „Black Death“ beschäftigt.

Black Death

„Black Death“ ist eine Spirituosen- und Tabakmarke, deren Lizenzprodukte von verschiedenen Herstellern in diversen Ländern produziert und vertrieben werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Marken wird bei Black Death wenig Wert auf Öffentlichkeitsarbeit gelegt; so findet man zum Beispiel weder eine offizielle Internetpräsenz, noch einen Shop der alle Produkte dieser Marke anbietet.

Geschichte

Der Grundstein wurde 1906 gesetzt als die Familie Sigurdsson erstmals eine Spirituose unter dem Namen “Svarta Daudi” (isländisch für „Schwarzer Tod“) herstellte. Die folgenden 80 Jahre blieb es ruhig, erst 1987 wurde die Marke (mittlerweile unter dem heute bekannten Namen „Black Death“ vertrieben) einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als der Black Death Vodka überraschend die Gold-Medallie der „International Wine and Spirit Competition“ gewann.
Ein erster Rückschlag erfolgte 1990 als die „American Football League“ die von Black Death gesponserten T-Shirts des Scarborough Football Club mit der Aufschift „Black Death Vodka – Drink in Peace“ verbot.
1992 wurde die Marke vor weitere Probleme gestellt als das „US Bureau of Alcohol, Tobacco and Firearms (ATF)“ den Verkauf des mittlerweile in Belgien produzierten Black Death Vodka in den Vereinigten Staaten verbot. Die offizielle Begründung war laut Time Magazin die irreführende Werbung, mit der der Hersteller die Spirituose als Gift und Seuche anpreisen würde, wobei man doch tatsächlich nur Vodka bekommt.
„[The ATF] is blocking the liquor on grounds of misleading advertising, since the brand seems to promise poison and plague but delivers only vodka.”
Der damalige amerikanische Vertriebshändler klagte gegen die Entscheidung und siegte vor Gericht im Oktober 1992, seitdem war Black Death in den USA wieder legal.
Im Zuge dessen überarbeitete die Marke 1992 Design und Logo und zeigte nun den heute bekannten Totenkopf mit Zylinder (bzw. je nach Spirituosenart variierender Kopfbedeckung). Durch die insgesamte Erscheinungsänderung und Werbebeigaben wie einen Holzsarg zog man zwar erneut den Unmut der ATF auf sich, die sich nun über die vermeintliche Verächtlichmachung offizieller Warnhinweise für Alkoholkonsum beschwerte, ein erneutes Verbot folgte jedoch nicht.
Obwohl sich die Marke weiterhin im Aufwind befand – sie verkaufte in 70 Ländern weltweit 120 Millionen Flaschen & Dosen jährlich und gewann laut dem britischen Hersteller G&J Greenall seit 1990 27 Medallien der „International Wine and Spirit Association“ – blieb es schwer, Informationen über die Marke, ihre Produkte und Vertriebswege zu bekommen, was nicht zuletzt auch Saul “Slash” Hudson, Gitarrist der Band „Guns N‘ Roses“ und damaliges Gesicht von Black Death verwunderte: “Black Death paid me a bunch of money to endorse them and then disappeared.” („Black Death zahlte mir einen Haufen Geld, damit ich sie unterstütze und dann sind sie einfach verschwunden.“)
Im Mai 2005 wurde Greenall in England wegen illegalen Vertriebs von Black Death Vodka zu einer Strafe von 2 Millionen Pfund verurteilt, 5 Monate später ereignete sich das nächste Unglück als im Oktober in der Destillerie ein Feuer ausbrach, das große Teile der Fabrik zerstörte. Gerüchten zufolge soll 2009 eine Wiedereröffnung stattfinden.

Heute

Obwohl nicht wenige Merchandising-Produkte herausgebracht wurden (Feuerzeuge, T-Shirts, Kugelschreiber bis hin zu einem kleinen Holzsarg, in dem der Black Death Vodka eine kurze Zeitlang verkauft wurde) hält sich die Marke weiterhin im Verborgenen. Anfragen an die Hersteller werden nicht beantwortet, Black Death ist auf ihrer Homepage nicht erwähnt und auch die Produkte selbst sind schwer aufzutreiben. Die wenigen Internet-Händler, die Black Death Spirituosen anbieten, können diese meist nicht liefern; die Preise für die erhältlichen Flaschen schwanken aufgrund des geringen Angebots stark und weichen teilweise um mehr als das Doppelte von anderen Angeboten ab.
Die einzelnen Hersteller sind bzw. waren unter anderem: G + J Greenall (Vodka, Gin & Tequila), Oliver & Company (Rum), Kentucky Supreme Destilling Company (Bourbon), Eucario Gonzalez (Tequila) & Consolidated European Blands LTD (Zigaretten & Tabak).

Rechtsstreit zwischen Black Death & Death Cigarettes

Black Death produzierte lange Zeit ausschließlich Spirituosen. Währenddessen konnte sich in England die Zigarettenmarke „Death“ etablieren, die ohne Zusatzstoffe hergestellte Zigaretten anbot und auf ihren Schachteln ebenfalls einen (anders aussehenden) Totenkopf mit gekreuzten Knochen zeigte. Als die Zigarettenfirma ihre Marke schützen lassen wollte und auf den amerikanischen Markt drängte, reichte Black Death Klage ein und gab an, das Produktsortiment ebenfalls auf Zigaretten ausweiten zu wollen. Das Gericht mußte sich nun mit der Frage befassen, ob Zigaretten eine „natürliche Sortimentserweiterung“ darstellen. Dies wurde bejaht und damit begründet, daß Alkohol und Zigaretten dieselben Vertriebswege nutzen und die Wahrscheinlichkeit besteht, daß Kunden die „Death“-Zigaretten der Marke „Black Death“ zuordnen. Da „Black Death“ als Marke länger existierte als „Death“ wurde Death auferlegt, sämtliche bereits produzierten Zigaretten zu vernichten. Eine Rückschiffung der Zigaretten nach England wurde nicht erlaubt, da in diesem Fall illegale Waren amerikanische Hoheitsgewässer durchqueren würden.

Bekannte Produkte:

Alkohol
Black Death Vodka (40 % Vol aus England bzw. 37,5 % Vol aus Belgien)
Black Death Rum (Premium Light, Premium Dark & Premium Dark 7 Years old, je 38 % Vol aus der Dominikanischen Republik)
Black Death Gin (40 % Vol aus England)
Black Death Tequila (Silver & Gold, jeweils mit 38 oder 40 % Vol aus Mexiko oder England)
Black Death Bourbon (40 % Vol aus Kentucky, USA)
Black Death Icelandic Schnapps (40 % Vol aus Island)
Black Death Beer (12 % Vol Starkbier aus Tschechien)

Die meisten Spirituosen sind als 70 cl & 1 Liter-Flaschen erhältlich, das Bier wurde in gängige 0,33 l Flaschen abgefüllt. Je nach Herstellerfirma unterscheiden sich die Flaschen teils erheblich in Geschmack und Aussehen. Zum Beispiel existieren von dem Silver Tequila mindestens drei Versionen: Eine englische mit 40 % Vol., eine mexikanische mit 38 % Vol und eine mexikanische ausschließlich für den Export gedachte mit 40 % Vol.

Tabakwaren
Black Death Zigaretten (hergestellt in der EEC & USA)
Black Death Tabak (hergestellt in der EEC, fast ausschließlich in Holland vertrieben)
Black Death Drehpapier (hergestellt in der EEC)

Ursprünglich war auf die Zigaretten ähnlich der Marke „Death“ als Logo ein Totenschädel gedruckt; dies wurde jedoch aufgegeben, sodaß die heute produzieren Zigaretten völlig ohne Aufdruck sind.

Welche Produkte heute überhaupt noch produziert werden, ist unklar. Während das Zigarettenpapier beispielsweise recht leicht aufzutreiben ist, wird man große Mühe haben, Tabak oder Bier zu finden.

Weiterführende Informationen für Freunde der Marke Black Death oder bedingungslose Fans von Slash:
http://www.brandchannel.com/features_profile.asp?pr_id=278 (exzellenter Hintergrundartikel zu Black Death)
http://www.kleinlitigationblog.com/the-death-cigarette-trademark-infringement-litigation-case/ (exzellenter Hintergrundartikel zum Rechtsstreit)
http://www.rum.cz/galery/eur/be/bruggeman/ (exzellente Rum-Etiketten-Bilder)
http://www.ew.com/ew/article/0,,310210,00.html (exzellente Kurznews)
http://www.lemarkbbc.com/beerlist_c_h.html (exzellente Bierliste)
http://www.hotxxxfree4all.com/hotteensonrooftop.htm (exzellente Pornoseite)

Sex ist böse!

Endlich! Arcor, Vorreiter des Jugendschutzes, hat Initiative ergriffen: Die Seiten sex.com, youporn.com & privatamateure.com können über Arcor nicht mehr erreicht werden! Ein großer Schritt ist damit getan: Man muß den Jugendlichen von vorneherein klar machen, daß es nichts Schlimmeres gibt als im stillen Kämmerlein zu onanieren. Wenn, dann doch bitte direkt im Rotlichtviertel nach einer Partnerin suchen und wer die Kohle dafür nicht aufbringen kann, dem bleibt immernoch die Möglichkeit der zunächst kostenfreien Vergewaltigung. Kann man ja dann immerhin später noch in Schmerzensgeldraten abbezahlen.

Jugendliche dürfen sehen, wie Leute in Filmen gekreuzigt, erschossen, gequält oder verbrannt werden. Man zeigt ihnen, wie man Ausgekotztes in der Pfanne anbraten und noch einmal essen kann oder wie es aussieht, wenn sich Leute mit 300 km/h schnellen Orangen beschießen lassen. Aber wehe, man will ihnen zeigen, daß man mit dem Körper noch anderes anstellen kann als ihn auf verschiedenste Weise zu martern – dann sind die Jugendschützer sofort zur Stelle!
Es wird dann gerne darauf verwiesen, daß auch Jugendliche noch durch nachahmen lernen und daß jeder Anstieg an Sexualdelikten durch den inflationären Gebrauch pornöser Schriften und Bilder zu erklären sei. Nun müsste nach diesem Maßstab aber auch jeder Bud-Spencer-Klopper zensiert, jeder Schwarzenegger-Film indiziert und wegen seelischer Grausamkeit jede Aufnahme von Alice Schwarzer verbrannt werden.

Werfen wir aber parallel mal einen Blick nach Spanien, so sehen wir in mindestens jedem zweiten Strandgeschäft die selbe Auswahl alter Porno-Spielkarten mit verheißungsvollen Titeln wie „With sucking cumshot“, „With lesbian girls“ oder einfach „Super XXX HOT“ – unzensiert. Ich habe mir die Karten damals mit 13 oder 14 aus Neugierde gekauft und kann zumindest feststellen, daß ich bislang niemanden vergewaltigt habe. Und nachdem die Karten reißenden Absatz zu finden scheinen (immerhin gibt sie laut Aufdruck seit 1991), sollte man laut Regierung doch zumindest davon ausgehen dürfen, daß Spanien den Vergewaltigerrekord knackt. Aber weit gefehlt: Irland, Schweden und Deutschland tummeln sich auf den Plätzen 1-3 der Länder mit den meisten Sexualdelikten; Spanien wird als vorletztes Land genannt.

Aber warum logisch denken, wenn man damit so einfach jede Schuld von sich weisen kann? Wenn sich Kinder zu Verbrechern, Mördern oder wasauchimmer entwickeln, ist es doch so schön naheliegend, die Schuld auf das Fernsehen, die Gesellschaft oder die Politik zu schieben. Schließlich müsste man ja im anderen Falle selbst was unternehmen.

Kurznotiz 2

Merke: Auch wenn du denkst, daß dein Sonnenbrand langsam zurückgeht, so holt sich ein freundschaftlicher Schlag auf den Rücken doch jederzeit wieder auf den Boden der Realität zurück.

Spanien

Der Grund für die Blog-Pause der letzten zwei Wochen: Ich war in Spanien, genauer gesagt in Lloret De Mar.

Spanien ist ein witziges Land und wenn man in eine solche Touri-Sauf-Gegend fährt eigentlich das genaue Gegenteil von Deutschland: Zigaretten und Alkohol sind billig, kosten teilweise nur die Hälfte oder noch weniger als bei uns; Lebensmittel&Co sind gnadenlos überteuert. Eine Schachtel Kippen kostet genauso viel wie eine kleine Packung Chips (2,30 Eur), zwei Batterien der Größe D von einer Billigmarke kosten soviel wie eine große Flasche Vodka (4,80 Eur). Darüberhinaus bietet nahezu jeder Supermarkt eine Alkoholauswahl von geschätzten 2000 km² und der Absinth enthält noch richtig viel Thujon. Der Einzige, der einem da bei einem großzügig angelegten Alkoholschmuggel einen Strich durch die Rechnung macht ist Ryanair mit 8 Eur Aufschlag pro kg Extra-Gepäck.

Ansonsten ist Spanien genau wie man es sich immer vorstellt: Heiß und voller Spanier, denen nichts heiliger ist, als eine ausgiebige Siesta. Da kann es dann auch durchaus mal vorkommen, daß, wenn man einen Laden eine Viertelstunde vor offiziellem Siestabeginn betritt, man während dem Einkaufen vom Personal durch lautstarkes Applaudieren förmlich aus dem Supermarkt hinausgeklatscht wird.

Überhaupt, die Lautstärke: Spanische Busse haben zwei Hupen, eine leise und eine laute. Die leise wird durchgängig auf der Straße eingesetzt. Wenn zum Beispiel der Bus von einem Auto mit Millimeterabstand geschnitten wird oder Fußgänger unvermittelt vor den Bus laufen, erklingt ein leises „trööt“. Wenn aber eine Frau mit ihrem Auto die Zufahrt zum Busbahnhof blockiert und direkt neben der Autotüre steht, dann wird sie durch ein lautstarkes Zweiminuten-„TUUUUUUUUUUUT“ darauf hingewiesen, daß ihr Parkplatz nicht optimal ist. Das gefällt den Spanieren und nach vollendeter Hup-Aktion applaudiert der gesamte Bus dem Fahrer lauter als die Passagiere dem Piloten nach geglückter Landung.

Eine weitere interessante Sache sind die Automaten dort. Man kann sie in drei Kategorien unterteilen:
Glücksspielautomaten – diese sind nur in Casinos zu finden, wohingegen man die Casinos überall findet. Sie entsprechen dem europäischen Standart und fressen einfach nur auf variationsreiche Weise dein Geld.
Getränkeautomaten – findet man in der Regel an allen möglichen Straßen und Ecken. Diese entsprechen dem europäischen Standart der Glücksspielautomaten und fressen ebenfalls – auf deutlich weniger variationsreiche Weise – dein Geld. Wer sich wundert, warum die Spanier im Laden eine Cola für 2,10 Eur kaufen, wenn doch direkt daneben ein Automat steht, sollte es sich keinesfalls entgehen lassen, sich nach Einfurf von 1 Eur die verschiedenen spanischen Fehlermeldungen anzeigen zu lassen. Erzürntes Dagegentreten führt lediglich zu einem Loch in der Verkleidung.
Zigarettenautomaten – findet man nur in Bars oder Restaurants. Hier erlauben sich die Spanier gerne mal einen Scherz, sodaß es vorkommen kann, daß man beim Einwurf des Geldes einen kräftigen Stromschlag bekommt. So einfach kann Raucherentwöhnung sein.

Wer nun so richtig Lust auf Spanien bekommen hat – hier noch 10 Tipps für einen gelungenen Urlaub:

1.) Vergiss es, dich in Lloret auf Englisch oder gar Spanisch unterhalten zu wollen. Man spricht deutsch. Sogar das Personal im Burger King ist dessen problemlos mächtig, was somit einen klaren Vorteil zu den deutschen Burger-King-Filialien bietet.

2.) Du bist Kiffer und willst etwas zu rauchen? Geh einfach an der Strandpromenade entlang und du wirst in 5 min ca. 2 mal angesprochen. Der Dealer wird dir dann auch erzählen, daß momentan recht viele Bullen umherlaufen, während er sich den nächsten Joint anzündet.

3.) Es existieren keine Busfahrpläne, weder an der Touristeninformation noch am Busbahnhof. Auf die Frage, wann die Busse denn nun fahren, wird am Busbahnhof lediglich heftig rumgehustet, während die Information immerhin etwas von „meistens alle halbe Stunde“ erzählt. Das ist insofern richtig als daß tatsächlich alle halbe Stunde ein Bus fährt, nur meistens eben an unterschiedlichen Orten. Soon come.

4.) Wer im Wald campen geht, erfährt bald, was „Spanische Fliege“ wirklich bedeutet: Ein Fliegenschwarm, der sich pünktlich von morgens um 8 bis abends um 7 auf alles setzen will, was dich in irgendeiner Weise betrifft: Du, dein Bier, dein Essen, deine Klamotten, und absolut alles, was sich im Umkreis von 5 Metern um dich befindet.

5.) Dieser Fliegenschwarm wird pünktlich um 7 Siesta halten und von einem Schnakenschwarm abgelöst werden. Das Witzige dabei: Es sind geräuschlose Schnaken mit einer Größe von ca. 1mm, die nach geglückter Blutabsaugeaktion einen ca. 20 mal so großen roten, juckenden Knubbel auf deiner Haut hinterlassen. 20 Stiche/Tag sind, wenn man in Badekleidung umherläuft, keine Seltenheit.

6.) Kauf dir keine Billig-Sangria für 80 Cent/Liter. Nein wirklich, tu’s nicht.

7.) Vermeide es, dir einen Döner zu kaufen, wenn du nicht offen für ein neues Geschmacks- & Preiserlebnis bist. Für 4,50 Eur bekommst du eine ca. 10 cm lange Rolle mit einem Durchmesser von etwa 3 cm. Die Sauce besteht in der Regel aus Ketchup und Majo, manche Buden haben jedoch auch ein Spezialrezept. Dann besteht sie aus Ketchup und Senf.

8.) Vermeide es, in Lloret nachts am Strand chillen zu wollen, wenn du nicht drei Stunden lang den kompletten Titanic-Soundtrack hören willst.

9.) Denke immer daran: Spanier wollen nur dein Bestes. Dein Geld.

10.) Das Allerwichtigste: Versuche niemals – niemals! – einen Zelthering mit einem Stein aus dem Boden lösen zu wollen. Dein Fingernagel wird es dir danken. Meine Beiträge werden sich in nächster Zeit wohl ein bisschen reduzieren. Das würde zumindest mein Finger mir wahrscheinlich danken.

Bildblog

Nicht mehr ganz aktuell, aber immer einen Hinweis wert: Der Werbespot des Bildblog.

Abgesehen davon, daß der Spot sehr gelungen ist (Christoph Maria Herbst ist spätestens seit Stromberg einer der Top-Schauspieler, wohingegen Anke Engelke seit sie Marge Simpson spricht für mich etwas abgestiegen ist, aber sei’s drum) – Alleine daß es diesen Spot geben durfte, zeigt, wie sehr sich das Bildblog mittlerweile etabliert hat. Eine nichtkommerzielle Webseite, die sich lediglich mit einer (schlechten) Tageszeitung befasst, steht in der Lesergunst soweit oben, daß sich sogar die Schauspieler bereit erklären, ohne Gage mitzuwirken.

Das Einzige, das nun noch fehlt, ist das Bildblog in gedruckter Form am Kiosk. Zum Beispiel in Form eines großen Zettels, der täglich von den Zeitschriftenhändlern einfach in die normale Bild gesteckt wird. Dann hätte man endlich eine Korrekturspalte mit echten Informationen.

Money Express

Heute mal wieder versehentlich reingeschaltet: Money Express, eine von Stephan Mayerbacher und seiner Callactive GmbH produzierte „Call-In“ TV-Show. Es kam mal wieder das „Zählen sie alle Liter“- „Gewinn“spiel. Natürlich wie immer ohne Gewinnumschlag. Das heißt, die Regie kann jede beliebige Zahl als „Lösung“ einblenden. Gesetzt den Fall, die ursprüngliche Lösung wäre vielleicht 335 und ein Zuschauer hätte per Zufall 335 gesagt, so könnte die Regie nachträglich immer noch 336 einblenden. Nachprüfen kann es keiner. So unerträglich Neun Live auch sein mag, so untransparent sind nichtmal die.

Aber das ist bei Weitem nicht die einzige Ungereimtheit, die sich bei Money-Express abspielt. Wenn man sich die Sendung regelmäßig antut, wird man feststellen, daß es zwei Spielmodi gibt:

Nummer 1 – Spiele mit eindeutiger Lösung.
Nach meiner Beobachtung beginnt in der Regel eine „Spiel“runde folgendermaßen: Zwei bis drei Anrufer werden durchgestellt, die ein einfaches Rätel lösen und dafür vergleichsweise niedrige Geldbeträge in Höhe von 30-400 Eur gewinnen. Dann wird es mysteriös: Ab sofort sind runde 50 % der „Anrufer“, die durchgestellt werden Leute, die sofort wieder auflegen. Als ob die Regie einfach nur den Telefon-Sound eingespielt hätte. Die anderen rund 50 % sind „Anrufer“, die eine komplett schwachsinnige Lösung anbieten. Wäre die richtige Lösung ‚Baum‘, so sagen diese „Zuschauer“ Sachen wie ‚Nashorn‘ oder ‚oxidative Decarboxilierung‘. Die Gewinnsumme liegt nun bei um die 4000 Euro, gerne auch mit einem Plasma-Fernseher zum anfixen. Pünktlich gegen Sendeende wird dann ein Anrufer durchgestellt, der ‚Baum‘ auflöst und gewinnt. Es ist allerdings auch schon vorgekommen, daß es innerhalb von 2 1/2 Stunden angeblich niemand geschafft hat, die richtige, SEHR einfache Lösung zu nennen. Dann behält der Sender das Geld.
Interessant auch, daß viele Leute – mich eingeschlossen – der Meinung sind, daß die „Anrufer“, die schwachsinnige Lösungen anbieten, von Sendung zu Sendung gleich klingen, sich aber immer anders nennen. Als hätte man einen festen Stab von ca. 10 Personen, der nichts anderes macht als falsche Lösungen zu sagen, damit der Zuschauer die Illusion hat, er könne tatsächlich durchkommen. Rechtlicher Disclaimer: „Als hätte…“

Nummer 2 – Spiele mit einer hohen Anzahl an Lösungsmöglichkeiten
Nach meiner Beobachtung läuft dieser „Spiel“modus folgendermaßen ab: Ein Bild wird eingeblendet, auf dem man irgendwas zählen soll. Alle Liter, alle Herz, alle Augen oder wasauchimmer. Hier werden dann in vergleichsweise hohem Tempo Anrufer durchgestellt, die alle möglichen Zahlen von 1-1000 in den Raum werfen. Daß ein derartiges Spiel korrekt gelöst wurde, habe ich nie mitbekommen. Zum Schluß wird eine beliebige Lösung eingeblendet. Da kann es denn auch mal vorkommen, daß bei zwei Spieltagen zwei Bilder, die meiner Meinung nach exakt gleich aussehen, zwei verschiedene Lösungen eingeblendet werden. Erklärungen, wie diese Lösungen dann zustandekommen, klingen im O-Ton so:
„410 wär’s gewesen. Warum? Weil, hier bei mir bei dem Faß (zeigt auf das 25-Liter-Faß) eines dahinter ist mit Stöpsel, deshalb ist der Schatten da unten. In der Mitte ist am hinteren Faß ein Stöpsel, deshalb ist der Schatten unten, im mittleren Faß, was zu sehen ist, ist aber kein Stöpsel, also der Inhalt zählt nicht. Oben, sehen sie, beim blauen, da ist kein Punkt, das zählt offiziell nicht als Abkürzung. Bei 25 Liter ist es angeschnitten, deshalb dürfen sie es da nicht zählen. Deshalb sag ich immer genau hinschauen und bei dem 10 Liter Faß da unten, da ist der Stöpsel drin und deshalb müssen sie da den Inhalt auch noch mal zählen und die Schrift zwei Mal, die oben drauf steht, ok? Das nächste Mal schaffen sie es hoffentlich.“ (Anruf-Erfleherin (manche nennen sie Animatorin) Yvonne S.)
Klar soweit?

Interessant sind aber auch noch andere Dinge:

Das Forum call-in-tv.de, das regelmäßig Call-In-Sendungen analysiert und speziell dessen Blog wird gehackt. Wer könnte wohl Interesse daran haben, ein derartiges Blog mundtot zu machen?

Im Namen von call-in-tv.de und stefan-niggemeier.de werden massenhaft Spammails mit gefälschten Spendenaufrufen verschickt, was beide Seiten in Mißkredit bringt. Stefan Niggemeier erstattet Strafanzeige. Wer könnte wohl Interesse daran haben,…

Es existieren diverse Excel-Tabellen, in denen das Neun-Live-Programm detailliert inklusive aller Verstöße aufgelistet wird. Als Autorin dieser Listen ist die Callactive-Leiterin Nadine Rumpf angegeben und auch allem sonstigen Anschein nach scheinen diese Dateien von Callactive zu kommen. Laut Callactive existieren diese Dateien aber nicht. Willkommen in der Twilight Zone.

Nachdem Stefan Niggemeier über diese Dateien berichtet hat, kommentiert ein Wesen, das sich „Journalist“ nennt, diesen Beitrag. 41 mal. Alles hat den Anschein, daß es sich bei diesem Wesen um Stephan Mayerbacher handelt. Das wird natürlich umgehend dementiert. Die IP-Adresse wird bei allen Kommentaren anonymisiert. Bis auf einmal. Diese IP-Adresse kommt von…na? Könnt ihr es euch denken? Richtig! Von einer Firma namens…Callactive.

Gegen Callactive wurde Strafantrag gestellt. Der Namen des Antragstellers wurde Callactive mitgeteilt, warum auch immer. Nun ist Stephan Meyerbachers Reaktion darauf folgende: Er veröffentlicht diverse personenbezogenen Daten im Internet. Motto: Ich weiß, wer du bist. Die Mafia gebraucht übrigens ähnliche Methoden. Aber das hat mit diesem Thema schließlich rein garnichts zu tun und ist nur ein Füllsatz.

Bei call-in-tv.de wurde aufgrund gerichtlicher Fehlentscheidungen eine Wortsperre eingerichtet, die das Wort „Fake-Anrufer“ nicht mehr zulässt. Ein User registriert sich und verfasst gleich zwei Beiträge, die diese Wortsperre umgehen. Marc Doehler sichtet die Beiträge nach wenigen Minuten und löscht sie. Dennoch bekommt er von Callactive aufgrund dieser Beiträge eine Anzeige. Die Frage: Wie wahrscheinlich ist es, daß Callactive grade zufällig zu jenem Zeitpunkt in das Forum geschaut hat? Ungefähr so wahrscheinlich, wie ein echter Mensch auf die Frage „Was ist 2+2?“ mit 113 antworten würde? Aber da derartiges Bei Callactive regelmäßig passiert, können wir nicht davon ausgehen, daß CA die Beiträge selbst verfasst hat. Schließlich ist uns das gerichtlich untersagt.

Man kommt sich ein bisschen vor wie in der DDR. Kritik muß so formuliert werden, daß sie positiv klingt, sonst landet man im Knast.
Eigentlich ist es ja egal: Wenn es tatsächlich Leute gibt, die dumm genug sind, bei Callactive anzurufen – bitte. Sie reiten sich in die Schuldenfalle und fertig. Evolutionstechnisch sinnvoll, der Stärkere (oder Klügere) überlebt. Aber dann will ich auch das Recht haben, Stephan Mayerbacher mit Bananen abzuwerfen.